Das verborgene Netzwerk


Payoff-150x150Ich finde, dass Netzwerken ziemlich viel mit einer Schatzsuche gemein hat. Manchmal stehen wir vor unserem „Schatz“, erkennen aber auf den ersten Blick nicht, wie wertvoll er ist…und manchmal wenden wir uns ab.

Eine kleine Geschichte zu Beginn:

Ein Unternehmensberater (nennen wir in Paul), der im Projektmanagement tätig ist, wünscht sich Empfehlungen zu großen produzierenden Unternehmen. Auf einer Netzwerk- Veranstaltung lernt er eine Unternehmerin (nennen wir sie Tanja) kennen, die ein kleines Geschäft besitzt und ausgefallene Geschenkartikel verkauft. Tanja fragt Paul, wie sie ihm dabei helfen kann zu seinen Wunschkontakten zu kommen. Paul, der es gewohnt ist sich im Konzernumfeld zu bewegen, entgegnet ihr, dass er keine Möglichkeit sehe, wie sie ihm helfen könne.

Tanja gibt aber noch nicht auf. Sie hat ihr Angebot ernst gemeint und fragt nach: „Sagen Sie mir doch einfach, was Sie machen und wen Sie genau suchen.“ Paul antwortet: „Ich unterstütze produzierende Unternehmern bei ihren Prozessen. Ich bin mir sicher, Sie haben noch nie mit solchen Menschen gesprochen, zu denen ich Kontakt suche.“ Paul wendet sich ab und geht.

Tanja lächelt in sich hinein und sagt nichts mehr. Paul hat ja nicht im geringsten Ahnung, mit welchen Menschen sie zu tun hat – ja, er hat ja nicht einmal gefragt. Zufällig gehören zu ihren Kunden genau einige der Unternehmen, die für Paul gute Kunden sein könnten. Viele der Führungskräfte kannte sie persönlich, da sie auch privat bei ihr Geschenke bezogen. Tanja wäre für Paul sicherlich einer großartige Empfehlungsgeberin. Aber er hat ihr unhöflich den Rücken zugedreht und sie stehen lassen, ohne zu erkennen, wie viel Geld er soeben verloren hat.

Wahrscheinlich wissen Sie gar nicht, ob Ihnen eine ähnliche Chance auch schon einmal entgangen ist. Und wahrscheinlich wären Sie überrascht darüber, welche besonderen und einflussreichen Persönlichkeiten den Menschen aus Ihrem näheren Umfeld bekannt sind. Leider steht niemandem auf der Stirn geschrieben, wen er alles kennt. Und leider nehmen wir uns auch viel zu selten die Zeit dies zu erfahren.

Marie von Ebner-Eschenbach (österreichische Schriftstellerin, 1830-1916) hat einmal gesagt: „Solange du nur von dir selbst redest, erfährst du nichts.“ Das sollten wir bei jeder Unterhaltung bedenken. Immerhin haben wir zwei Ohren, aber nur einen Mund und gerade beim Netzwerken sollten wir lieber Fragen stellen und hinhören, als über uns selbst reden.

Denken Sie daran, wenn Sie zur nächsten Netzwerk- Veranstaltung, zum nächsten Vortrag oder auch zur nächsten privaten Feier gehen und auf Menschen treffen, die Sie noch nicht kennen. Wir wissen nie, wer da gerade vor uns steht und vor allem wissen wir nicht, wen unser neuer Gesprächspartner kennt. Nur durch aufrichtiges Interesse am Gegenüber kann eine neue wertvolle Bekanntschaft entstehen und nur durch gegenseitiges Vertrauen öffnen sich Türen zu Kontakten, die bisher verschlossen oder gar unsichtbar waren.

Stephan Schaaf ist Unternehmer und Inhaber des Referral Institute Wien.

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